Interessengemeinschaft „Harzer Schmalspurbahnen“ e.V.

Tätigkeitsbericht des Vorstandes

März 2018 bis März 2019

 

Entsprechend der Satzung unseres Vereins, § 7, Ziff. 8.1. hat der Vorstand den Tätigkeitsbericht März 2018 bis März 2019 erarbeitet. Nachdem unser Verein am 27. März 1990 vor 29 Jahren gegründet wurde, wird im folgenden Jahr der Verein 30 Jahre bestehen. Im März 2018 jährte sich vor wenigen Wochen die Übernahme des Betriebes auf den Schmalspurbahnen im Harz durch die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) von der damaligen Deutschen Reichsbahn zum 25. Mal. Daß heute noch das gesamte Streckennetz betrieben wird mit einer Verlängerung nach Quedlinburg und einer Verbindung zur Straßenbahn Nordhausen, nehmen heute viele als selbstverständlich hin. Das war es 1990 keineswegs.

 

Dagegen steht heute ein anderes Problem, mit dem auch vor Jahrzehnten niemand ernsthaft gerechnet hat. Die Arbeitslosigkeit ist – und das ist natürlich sehr erfreulich – soweit gesunken, daß man in Wernigerode wohl von Vollbeschäftigung sprechen kann. Dies hat nun aber dazu geführt, daß wegen Personalmangel Züge ausfallen müssen. Hier wird die HSB zukünftig wohl ganz anders um Personal werben müssen als bisher – dabei können und sollten wir als Eisenbahnfreunde auch unseren Beitrag leisten.

 

Ein weiteres Thema ist, daß das Dampflokwerk Meiningen nicht mehr die noch in den 1990er Jahren gegebene Leistungsfähigkeit abrufen kann und es so zum Mangel an einsatzfähigen Dampfloks kommt. Deutlich wird damit, wie sehr die Verzögerungen bei den Entscheidungen zur Werkstatterweiterung der HSB, hervorgerufen durch Diskussionen der Gesellschafter aus Thüringen, der HSB nicht nur finanziell geschadet haben. Jetzt sollte man wenigstens erwarten können, daß diese Gesellschafter nunmehr auch über die Landesregierung des Freistaates Thüringen Druck auf das Dampflokwerk ausüben, damit die Aufträge der HSB zügig und vorrangig abgearbeitet werden.

 

Dennoch ist die Entwicklung bei der HSB positiv, die Umsätze aus der Nutzerfinanzierung haben mit über 14 Millionen Euro den höchsten Wert seit 1993 erreicht und auch die Zahl der Fahrgäste ist gestiegen. Auch wird erkennbar, daß die Bundesländer bereit sind für die Zukunft mehr Geld zu geben und damit auch die Möglichkeit einer besseren Entlohnung der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner zu erreichen. Damit sollte jetzt auch die Chance bestehen, die HSB für die nächsten zehn bis 15 Jahre finanziell zu sichern. Das ist auch eine wichtige Grundlage für unsere Vereinstätigkeit, die ohne die HSB nicht möglich wäre.

 

Erneut hat die Vereinszeitung „Harzbahnpost“ auch im Berichtszeitraum umfassend über die Aktivitäten unseres Vereins und seiner Mitglieder berichtet. Außerdem wurde über das Geschehen bei der HSB sowie im Umfeld der Schmalspurbahnen im Harz berichtet. Insoweit können wir uns wiederum beim vorliegenden Bericht auf die wesentlichen Ereignisse beschränken.

 

Wie in den Vorjahren war auch im vergangenen Jahr wieder die Durchführung von Sonderfahrten und Veranstaltungen für Eisenbahnfreunde ein wichtiger Schwerpunkt unserer Tätigkeit. Dabei wurden erneut alle Teilstrecken des Netzes der Schmalspurbahnen im Harz – also die Harzquerbahn, die Brockenbahn und die Selketalbahn einbezogen. Zielsetzung unseres Vereins ist es unverändert nicht, eine Vielzahl von Sonderfahrten und hier insbesondere auf der lukrativen Brockenstrecke durchzuführen. Gerade letzteres ist und bleibt ein wichtiges Geschäftsfeld der HSB, denn sie benötigt die Einnahmen aus der Brockenbahn auch zur Finanzierung des Betriebes der Harzquer- und Selketalbahn. Insoweit haben wir uns wie auch in der Vergangenheit auf spezielle Angebote für Eisenbahnfreunde konzentriert.

 

Nur wenige der Sonderfahrten hatten den Brocken zum Ziel, ein Zeichen, daß sich auch außerhalb dieses sicher besonders attraktiven Zieles interessante Sonderfahrten organisieren lassen. Die Gestaltung dieser Angebote erfolgte in bewährter Art und Weise in Zusammenarbeit mit der HSB und hier insbesondere der Marketing- und Vertriebsabteilung sowie den Abteilungen Eisenbahnbetrieb und Fahrzeugtechnik. Für die schon jahrelange gute Zusammenarbeit sei erneut der HSB und ihren genannten Abteilungen bereits an dieser Stelle ausdrücklich gedankt.

 

Für die Organisation und Durchführung der Sonderfahrten ist es ebenso wichtig, daß ein umfassender Einsatz zahlreicher Mitglieder in ihrer Freizeit erfolgt. Dies betrifft sowohl die Vorbereitung der Veran-staltungen, als auch die Betreuung unserer Kunden während der Fahrt. Ebenfalls bereits an dieser Stelle sei den beteiligten Mitgliedern ganz besonders gedankt. Ihr Engagement ist vor allem deshalb wichtig, weil gerade Sonderfahrten für Eisenbahnfreunde in Vorbereitung und Durchführung einen hohen personellen Aufwand erfordern. Durch Aufteilung der organisatorischen Vorbereitung in die Abstimmung mit der HSB einerseits und den Fahrkartenverkauf andererseits konnte eine gute Arbeits-teilung fortgesetzt werden. Wünschenswert wäre es, wenn sich hier noch mehr Mitglieder einbringen könnten, zum Beispiel auch bei der Bewirtschaftung der Züge, können doch auch hierdurch wichtige Erlöse generiert werden.

 

Wie in den zurückliegenden Jahren konnten wir wieder eine ganze Reihe von Stammfahrgästen, auch aus dem englischsprachigen Raum, begrüßen, die unsere Sonderfahrten immer wieder gern nutzen. Die zufriedenen Reaktionen zahlreicher Gäste zeigen, daß wir offensichtlich mit unserem Angebot richtig liegen. Daher werden wir auch zukünftig spezielle Angebote für Eisenbahnfreunde erarbeiten.

 

Traditionell begannen die Sonderfahrten im Berichtszeitraum am 30. April 2018 mit dem Hexensonderzug zu Walpurgis von Wernigerode nach Schierke und zurück. Die Neubaulok 99 7232 zog die IG-Wagen 905-153II, 99-02-25 und 900-461 sowie die HSB-Traditionswagen 900-455, 900-479, 900-501 und 902-302. Zur Fahrt gehörte auch erneut das „gemütliche Beisammensein“ während des doch recht langen Aufenthaltes im Bahnhof Schierke. Etwa 180 Gäste nutzten das Walpurgisangebot.

 

Am 7. Juli 2018 gab es eine Foto- und Familienfahrt mit 99 5906 und Modernisierungswagen (einschließlich Buffetwagen mit Bewirtschaftung durch die Arbeitsgruppe Nordhausen) von Nord-hausen Nord nach Mägdesprung, von dort nach Harzgerode und wieder zurück nach Nordhausen Nord. Ca. 100 Fahrgäste waren bei dieser Fahrt dabei.

 

Am 23. September 2018 wurde ein - schon traditioneller - Sonderzug zum Herbstanfang von Nord-hausen Nord zum Brocken und zurück gefahren. Dabei kam eine Neubaulok mit dem Salonwagen der IG 900-457 und Wagen des Traditionszuges der HSB zum Einsatz. Etwa 100 Gäste waren dabei.

 

Im Oktober 2018 wurde erneut eine zweitägige Veranstaltung für Eisenbahnfreunde als Herbstfahrt auf dem Streckennetz der HSB angeboten. Am Vortag, dem 19. Oktober 2018 bestand für die Teil-nehmerinnen und Teilnehmer zunächst die Möglichkeit, die Fahrzeugwerkstatt der HSB in Wernigerode Westerntor und die Modelleisenbahnanlage des Modelleisenbahnclubs Harzquer- und Brockenbahn in Wernigerode zu besichtigen. Am 20. Oktober wurde mit der Neubaulok 99 7234, den IG-eigenen Wagen 900-461, 900-485, 99-02-25 und 99-72-02 sowie dem Wagen 902-302 des Traditionszuges der HSB von Wernigerode nach Quedlinburg gefahren. Dabei wurden die Güterwagen unterwegs in Bennecken-stein bzw. Alexisbad ausrangiert. Am Folgetag wurde umgekehrt von Quedlinburg und Wernigerode gefahren. Die Güterwagen wurden wieder „eingesammelt“. Damit ergaben sich interessante Fotomotive nicht nur bei Rangierfahrten sondern auch bei zahlreichen Scheinanfahrten oder der Fahrt durch die Wendeschleife in Stiege. Von Quedlinburg nach Wernigerode und umgekehrt gab es einen Bustransfer. Etwa 210 Gäste nahmen an den Fahrten teil.

 

Am 7. Dezember 2018 folgte eine Nikolausfahrt mit Dampflok 99 7232 und den IG-Wagen 900-461, 900-485 sowie den Wagen 900-501 und 902-302 des Traditionszuges der HSB von Nordhausen Nord nach Eisfelder Talmühle und zurück für ca. 100 Kinder der Kindergärten „Kinderwelt am Frauenberg“ und „Kleine Strolche“ aus Nordhausen. Unterwegs kam der Nikolaus mit seinem Engel und brachte den Kindern sowie auch den Erzieherinnen und Erziehern ein kleines Geschenk. Die gleiche Fahrt wurde am 8. Dezember 2018 nochmals für die Öffentlichkeit angeboten, so daß insgesamt rund 190 Gäste die Nikolausfahrten nutzten.

 

Am 23. Februar 2019 startete von Nordhausen Nord ein Sonderzug zum Brocken und zurück. Bespannt mit einer Neubaulok fuhren die Wagen 900-457, 900-460 und 900-461 sowie der Wagen 902-302 des Traditionszuges der HSB im Zugverband. Etwa 120 Gäste nutzten die Gelegenheit zur Brockenfahrt.

 

Die ursprünglich für den 23. und 24. März 2019 geplanten Winterfahrten mußten leider erneut wegen mangelnder Beteiligung abgesagt werden. Es ist bedauerlich, daß all diejenigen, die immer gefordert hatten, die Winterveranstaltung vom Faschingswochenende auf einen anderen Termin zu verlegen, nun nicht teilnehmen. Möglicherweise ist es doch besser, an einmal bewährten Dingen festzuhalten und keine Experimente zu versuchen.

 

Selbstverständlich wurden bei allen Fahrten zahlreiche Fotohalte und Scheinanfahrten an den unterschiedlichsten Stellen des Netzes angeboten. Dabei wurden neben den traditionellen Fotostand-punkten auch besonders die Stellen genutzt, die sich durch Stürme und Baumfällungen in den letzten Jahren neu ergeben haben. Neben den Waldschäden durch Stürme sind in den letzten Jahren vermehrt solche durch Borkenkäferbefall zu verzeichnen. Die Borkenkäfer werden im Nationalpark „Harz“ nicht bekämpft, das Totholz bleibt im Wald liegen. Aus der Sicht des Nationalparks gilt der Grundsatz, daß Natur Natur bleiben soll. Das ist für viele Gäste unverständlich und sollte seitens des Nationalparks mindestens besser erklärt werden. Zusätzlich zu den Fotohalten und Scheinanfahrten gab es bei den Sonderfahrten natürlich auch Doppelausfahrten an den bekannten Stellen in unterschiedlichen Kon-stellationen.

 

Auch schon selbstverständlich ist die stets qualitativ hochwertige und umfassende Versorgung mit Speisen und Getränken bei unseren Sonderfahrten. Dazu haben wir nach Möglichkeit auch die örtliche Gastronomie in die Fahrten einbezogen.

 

In den vergangenen zwölf Monaten haben damit wieder zahlreiche Eisenbahnfreunde, insgesamt waren es knapp 1.000, interessante Sonderfahrten und Veranstaltungen erleben können. Hingewiesen werden muß darauf, daß es sich bei dieser Zahl nicht um die Fahrgastzahl, sondern um die Zahl der Nutzer einer Sonderfahrt handelt. Bei Feststellung der Fahrgastzahl ist die Nutzerzahl im Allgemeinen zu verdoppeln, da die Nutzer in der Regel hin und zurück fahren. Daraus ergeben sich etwa 1.700 Fahrgäste.

 

Auch für den weiteren Verlauf des Jahres 2019 sind entsprechende Angebote in den vergangenen Monaten bereits erarbeitet worden. Diese wurden bzw. werden, wie auch in der Vergangenheit üblich, über die „Harzbahnpost“, diverse Eisenbahnzeitschriften und natürlich über das Internet publiziert. Für 2020 werden natürlich auch entsprechende Veranstaltungen rechtzeitig vorbereitet werden. Auch an dieser Stelle sei erneut der Wunsch geäußert, daß möglichst viele Mitglieder unseres Vereins an den Sonderfahrten teilnehmen. Eine entsprechende hohe Anzahl von Teilnehmern ist immer eine Voraussetzung für die Durchführung der Fahrten und zum Erzielen der Kostendeckung. Deshalb auch nochmals der Hinweis, die Anmeldung möglichst rechtzeitig vorzunehmen und nicht erst wenige Tage vor Fahrtbeginn.

 

 

Wird bis zu den Terminen, zu denen eine kostenfreie Stornierung der Bestellung bei der HSB möglich ist, keine auch nur annähernde Kostendeckung erreicht, muß auch eine Veranstaltung im Zweifelsfall abgesagt werden. Dies wurde auch im Berichtszeitraum leider notwendig.

 

Die Fahrzeuge unseres Vereins waren aber nicht nur bei Sonderfahrten, die wir als Verein durchgeführt haben, im Einsatz. Auch bei Sonderfahrten der HSB bzw. anderer Kunden der HSB kamen sie zum Einsatz. Dies betraf unverändert besonders die Reisezugwagen 900-457 (Salonwagen), die „Holzklassewagen 900-461 und 900-485 sowie den „Suppenwagen“ 905-153II. So hat die HSB beispielsweise ein neues preisintensives Angebot „Whisky-Tasting im Salonwagen“ auf einer Fahrt im Regelzug zum Brocken neu etabliert, was für 2019 bereits ausgebucht ist und zu einer besseren Auslastung der Brockenzüge am späten Nachmittag führt.

 

Bedauerlich ist, daß wegen der geringen Zahl der im Harz aktiven Vereinsmitglieder nur wenige Bewirtschaftungen von Sonderzügen für die HSB personell untersetzt werden konnten. Mitglieder der Arbeitsgruppe Nordhausen begleiteten so Sonderzüge der HSB von Nordhausen Nord zum Brocken und zurück am 28. Juli und 4. August und 22. September 2018.

 

Neben den Sonderfahrten ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt unserer Vereinstätigkeit der Erhalt historischer Fahrzeuge der Schmalspurbahnen im Harz. Der vom Verein betreute Fahrzeugpark hat inzwischen eine Größe angenommen, die recht umfangreiche Aktivitäten hinsichtlich des laufenden Erhalts erfordert. In entsprechenden Arbeitseinsätzen treffen sich Mitglieder aus Nordhausen und Werni-gerode regelmäßig. Die Koordination der Arbeitseinsätze erfolgte durch die Leiter der Arbeitsgruppen Wernigerode und Nordhausen, so daß auch für auswärtige Mitglieder Ansprechpartner zur Verfügung standen. Festzustellen bleibt allerdings auch, daß durch die erfreulicherweise zahlreichen Einsätze der Fahrzeuge – nicht nur bei den Sonderfahrten unseres Vereins – sondern auch bei den Fahrten anderer Veranstalter immer wieder kleinere Schäden zu beheben sind. Dabei bestätigt sich, daß über Arbeits-beschaffungsmaßnahmen Geschaffenes nicht immer die gleiche dauerhafte Bahnfestigkeit besitzt, wie sie nach Arbeiten in professionellen Fahrzeugwerkstätten erwartet werden kann.

 

Die Abteilung Fahrzeugtechnik der HSB hat zwischenzeitlich die Untersuchung nach § 32 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen (ESBO) am Wagen 900-485 des Vereins durchgeführt. Die erfolgreiche Probefahrt gemeinsam mit der im Dampflokwerk Meiningen untersuchten 99 6001 erfolgte am 30. Juli 2018 von Wernigerode nach Benneckenstein und zurück. Im Rahmen der Arbeiten sind zunächst nur die sicherheitsrelevanten, technischen Aspekte bearbeitet worden, der Verein muß hier in den nächsten Monaten noch weitere Arbeiten wie z.B. die Farbgebung oder Arbeiten an der Inneneinrichtung durchführen, die wegen des Bedarfs der HSB an Traditionszugwagen noch nicht möglich waren. Hierfür werden immer weitere Helfer benötigt. Wegen der abgelaufenen Fristen von weiteren Fahrzeugen ist der Verein weiter mit der Abteilungsleiterin Fahrzeugtechnik im Gespräch. Wegen der hohen Auslastung der HSB-Fahrzeugwerkstatt auf Grund der zunehmenden Probleme mit externen Instandhaltern verzögern sich die geplanten Arbeiten am Wagen 904-153.

 

Die HSB besitzt zwei Kleindiesellokomotiven der Baureihe V10C, beide sind seit vielen Jahren Dauer-leihgabe an die IG. Während die 199 006 inzwischen von der Arbeitsgruppe Nordhausen aufgearbeitet wird, bot die 199 005 zwischenzeitlich einen eher traurigen Anblick. Deshalb entschloß sich die HSB in Abstimmung mit unserem Verein, diese Lok an die IG Spreewaldbahn e.V. als Dauerleihgabe abzugeben. Die Lok hat für diesen Verein einen besonderen historischen Bezug, wurde sie doch bis in die 1980er Jahre hinein auf dem letzten Teilstück der Spreewaldbahn in Cottbus eingesetzt, bevor sie zusammen mit der 199 006 in den Harz umgesetzt wurde. Die IG Spreewaldbahn e.V. plant eine optische Aufarbeitung und Ausstellung auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände in Straupitz.

 

 

Damit erwartet die Lok wahrscheinlich eine bessere Zukunft, als dies unter derzeitigen Umständen im Harz möglich wäre. Vier Vereinsmitglieder der IG Spreewaldbahn kamen am 29. Juni 2018 nach Nordhausen, um die Lok gemeinsam mit Mitarbeitern der HSB und Vertretern unseres Vereins auf einen Tieflader zu verladen.

 

Neben der Pflege der Anlagen in Hasselfelde erfolgten durch Mitglieder der AG Hasselfelde auch erneut Arbeiten in Tiefenbachmühle und Stöberhai. Leider ist der Haltepunkt Tiefenbachmühle derzeit wegen einer gesperrten Brücke nicht auf der Straße erreichbar.

Mitglieder der Arbeitsgruppe Historischer Lokschuppen Hasselfelde besuchten vom 20. bis 22. April 2018 den Härtsfeld-Museumsbahn e.V. in Neresheim. Dort wurde u.a. der in Aufarbeitung befindliche T37 – der ehemalige VT 14 der Südharzeisenbahn AG – besichtigt. Ziel war allerdings, die Handhebeldraisine der Härtsfeldebahn für Veranstaltungen in Hasselfelde dauerhaft auszuleihen und in den Harz zu überführen.

 

Die Arbeitsgruppe Historischer Lokschuppen Hasselfelde hatte auch in 2018 am 12. und 13. Mai wieder Tage der offenen Tür durchgeführt, diesmal aus Anlaß des 20jährigen Bestehens der Arbeitsgruppe. Dazu waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig. So wurde ein Treffen von Schienenmopeds organisiert, wozu solche in 750 mm Spur aus Gramzow, von dem IG Weißeritztalbahn e.V. sowie dem Traditionsbahn Radebeul e.V. und in Regelspur aus Wittenberge und Schwarzenberg nach Hasselfelde geholt wurden. Die im Lokschuppen abgestellte Lok 99 7244 der HSB, die von der Arbeitsgruppe betreut wird, wurde bereits am 10. Mai von einem Halberstädter Triebwagen aus dem Lokschuppen gezogen und konnte so vor dem Lokschuppen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Gleichzeitig wurde damit die Voraussetzung geschaffen, im Lokschuppen Modelleisenbahnanlagen zu zeigen. Im Außen-gelände wurden eine Fünf-Zoll-Bahn und eine Gartenbahn aufgebaut. Daneben gab es mehrere Ver-kaufsstände. Zahlreiche Besucher belohnten mit ihrer Anwesenheit das Engagement der Hasselfelder Vereinsmitglieder. Darunter waren auch Mitglieder der IG Härtsfeldbahn e.V., deren Handhebeldraisine ebenfalls in Hasselfelde ausgestellt war und benutzt werden konnte. Auch nach der Veranstaltung waren noch Arbeiten erforderlich, so mußten natürlich die geliehenen Schienenmopeds zu ihren Besitzern zurückgebracht werden, die 99 7244 wurde am 14. Mai durch die Gernröder Planlok wieder in den Lokschuppen geschoben.

 

Im April 2018 wurden durch die Arbeitsgruppe Nordhausen am Salonwagen 900-457 Reparatur- und Verschönerungsarbeiten in Nordhausen Nord durchgeführt. In weiteren Arbeitseinsätzen wurden auch am 99-72-02 Farbarbeiten durchgeführt sowie dank einer Materialspende der Kreishandwerkerschaft Nordhausen der Fußboden komplett erneuert Weiter wurde begonnen, am G-Wagen 99-02-11 schadhafte Bretter auszutauschen. Weiter wurde die V10C 199 006 gründlich gereinigt und mit einem Neuanstrich wurde begonnen. Dazu wurden zahlreiche Arbeitseinsätze durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt war natürlich auch die Werbung für die Sonderfahrten ab Nordhausen Nord.

 

Die Arbeitsgruppe Wernigerode hat am 12. September 2018 die optische Aufarbeitung des zweiachsigen regelspurigen G-Wagens 02-75-06 des Vereins, der auf einem Rollwagen der HSB steht, in der Fahrzeughalle der HSB auf dem Spurwechselbahnhof in Wernigerode begonnen und dies wurde seither in mehreren Arbeitseinsätzen fortgesetzt.

 

Auch im Jahr 2018 wurde am Vorabend der Jahreshauptversammlung, dem 24. März 2018, ein Arbeitseinsatz in Wernigerode durchgeführt. An diesem Arbeitseinsatz nahmen zahlreiche Mitglieder teil. Am Tag der Jahreshauptversammlung selbst gab es die Möglichkeit der Besichtigung der Fahrzeugwerkstatt der HSB in Wernigerode Westerntor sowie der Modellbahnanlage (Wernigerode – Brocken) des Modelleisenbahnclubs „Harzquer- und Brockenbahn Wernigerode e.V.“ in den Räumlichkeiten der HSB im Bahnhofsteil Wernigerode des Bahnhofs Wernigerode Westerntor.

 

Schon seit 1991 gehört auch das „Müllsammeln“ zum Jahresprogramm des Vereins. Im Jahr 2018 fand es am 11. August 2018 statt. Insgesamt 18 Teilnehmer sammelten Müll auf der Brockenbahn. Der Tag klang beim anschließenden Vereinsabend aus.

 

Zu den Vereinsabenden zählte auch die „Grillparty“ im Rahmen der Walpurgisfahrt am 30. April 2018 in Schierke. Erneut fand ein Vereinsabend in Verantwortung der Nordhäuser Freunde am 28. Juli 2018 im Anschluß an den HSB-Sonderzug zum Brocken und zurück auf dem IG-Gelände im Bahnhof Nordhausen Nord statt. Wieder gab es auch einen Vereinsabend am Haltepunkt Tiefenbachmühle am 16. Juni 2018. Im Vorprogramm ging es um die Steinkohleförderung im Harz und es bestand die Mög-lichkeit das Besucherbergwerk Rabensteiner Stollen zu besichtigen.

 

Natürlich wurde auch auf den Vereinsabenden stets aktuell über das Geschehen bei der HSB informiert, so daß es neben der Vereinszeitung „Harzbahnpost“ auch hier Möglichkeiten zum Erlangen von Informationen über die Ereignisse bei den Schmalspurbahnen im Harz gab. Außerdem dienten die Vereinsabende selbstverständlich auch dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch unter den Mit-gliedern über die Schmalspurbahnen im Harz und andere Eisenbahnen in Deutschland und darüber hinaus.

 

Auch in 2018 waren Vereinsmitglieder wieder auf verschiedenen Veranstaltungen präsent:

 

3. Juni 2018 beim Frankfurter Feldbahnmuseum e.V.

14. und 15. Juli beim IG Weißeritztalbahn e.V.  im Bf Seifersdorf zum Schmalspurbahnfestival der Strecke Freital-Hainsberg – Kurort Kipsdorf (gemeinsame Veranstaltung der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschft mbH mit dem Verkehrsverbund Oberelbe und der der IG Weißeritztalbahn e.V.) mit Ausstellung des Schienenmopeds

21. und 22. Juli beim IG Spreewaldbahn e.V. in Straupitz mit Ausstellung des Schienenmopeds

10. bis 12. August beim Härtsfeld-Museumsbahn e.V. in Neresheim mit Infostand und Ausstellung des Schienenmopeds

25. und 26. August beim Schwarzbachbahn e.V. in Lohsdorf mit Infostand und Ausstellung des Schienenmopeds

 

Damit war der Verein an insgesamt zehn Tagen mit Informationsständen bei Eisenbahnveranstaltungen vertreten, so daß wieder zahlreiche Eisenbahnfans und auch potentielle Gäste des Harzes und der HSB erreicht werden konnten.

 

Im Berichtszeitraum sind wieder vier Ausgaben der Vereinszeitung „Harzbahnpost“ – inzwischen selbstverständlich in Farbe - erschienen. Verwiesen sei an dieser Stelle darauf, dass die Vereinszeitung ehrenamtlich erarbeitet wird und daher auch die seit der ersten Ausgabe in 1992 regelmäßige Erscheinungsweise nicht selbstverständlich ist. Auch lebt eine solche Zeitung von den Beiträgen der Vereinsmitglieder und deshalb sei an dieser Stelle nochmals der Appell an alle gerichtet, sich mit eigenen Beiträgen in die Gestaltung der Zeitung einzubringen.

 

Neben der Herausgabe der Vereinszeitung „Harzbahnpost“ war ein Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit auch im vergangenen Jahr die Werbung für die Schmalspurbahnen im Harz und hier insbesondere natürlich auch für die von uns organisierten Veranstaltungen und Sonderfahrten. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Internetauftritt des Vereins hingewiesen. Es muß aber erwähnt werden, daß dieser Auftritt ebenfalls ehrenamtlich erarbeitet und betreut wird, auch hierfür sei ausdrücklich gedankt. Insoweit kann sicher nicht die gleiche Aktualität wie bei hauptamtlich gestalteten Seiten erreicht werden. Dennoch wird recht aktuell über Veranstaltungen und Termine des Vereins informiert.

 

  

Auf der IG-eigenen Internetseite ist ein Forum eingerichtet, hier können sich allerdings nur IG-Mitglieder anmelden, um eigene Beiträge zu posten. Lesbar ist das Forum mit seinen Beiträgen aber für jedermann. An dieser Stelle seien die Mitglieder gebeten, sich in das neue Forum einzubringen und so diese Möglichkeit des Gedankenaustausches zu beleben. Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf den Facebook-Auftritt des Vereins, der sehr rege genutzt und wo aktuell über Aktivitäten des Vereins informiert wird, der aber natürlich genauso ehrenamtlich mit hohem Aufwand betreut wird wie die klassische Internetseite. Auch hier kann sich jeder mit seinen Informationen gern einbringen. Auch ein Online-Kauf von Fahrkarten für Sonderfahrten des Vereins ist inzwischen möglich.

 

Auch im vergangenen Jahr haben wir uns zu aktuellen Anlässen öffentlich positioniert. Anwesend waren wir u.a. auch bei einer Informationsveranstaltung des Landkreises Nordhausen zu Planungen einer Straßenbahnstreckenverlängerung von der Parkallee in Richtung Krimderode mit weiterer Anbindung an die Eisenbahninfrastruktur der HSB – ein durch interessantes Projekt für die Zukunft von Straßenbahn und Schmalspurbahn. Insgesamt muß die Unterstützung der HSB durch die Landesregierungen in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die kommunalen Gesellschafter des Unternehmens sehr positiv gesehen werden. Sie ermöglicht erst den dauerhaften Erhalt des gesamten Schmalspurnetzes im Harz. Letztendlich kommt es darauf an, daß auch in Zukunft die „Solidargemeinschaft“ HSB aus Ländern und Kommunen zusammen steht – nur so ist der Erhalt des größten deutschen Schmalspurnetzes auch in den nächsten Jahrzehnten dauerhaft möglich. Es bleibt zu hoffen, daß die Politik in Sachsen-Anhalt und Thüringen auch mittel- und langfristig so fortgesetzt werden kann, daß die Zielsetzung Erhalt des gesamten Schmalspurnetzes im Harz als Touristenattraktion, technisches Denkmal, Nahverkehrsmittel und für den Gütertransport auch zukünftig umgesetzt werden kann. Die Zeichen dafür stehen derzeit recht gut.

 

Im Rahmen unserer Veranstaltungen und Sonderfahrten konnten wir auch im Berichtszeitraum zahl-reiche Souvenirartikel und Lebensmittel verkaufen. Der Verkauf von Souvenirs und Lebensmitteln sowie der Überschuß aus den Vereinsfahrten beeinflußt naturgemäß die finanzielle Leistungsfähigkeit unseres Vereins vor allem auch deshalb positiv, weil aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit unserer Mitglieder für diese Verkäufe keine Lohn- und Gehaltskosten entstehen. Nicht unerwähnt bleiben soll auch der Werbeeffekt dieser Verkäufe zumindest bezogen auf die Souvenirartikel.

 

Erwähnt seien auch die gerade bei Sonderfahrten und Veranstaltungen unseres Vereins gesammelten Spenden, die natürlich ebenfalls die finanzielle Leistungskraft unseres Vereins wesentlich positiv beeinflussen. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Bericht der Kassiererin und der Kassenprüfer verwiesen. Diesem wird zu entnehmen sein, daß sich die finanzielle Situation unseres Vereins auch im vergangenen Jahr positiv darstellt. Die durchgeführten Sonderfahrten und anderen Aktivitäten konnten aus den Einnahmen finanziert werden. Auch die Beitragszahlungen erfolgten wie in den Vorjahren recht kontinuierlich und zeitgerecht. Allen anstehenden finanziellen Verpflichtungen konnte zeitgerecht nachgekommen werden. Die Liquidität des Vereins war jederzeit gewährleistet. Eine Kreditaufnahme war auch im Berichtszeitraum – wie auch in den vergangenen Jahren - nicht notwendig.

 

Aufgrund der dargestellten positiven finanziellen Situation des Vereins war es bisher regelmäßig möglich, die schon angesprochenen Untersuchungen nach § 32 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen (ESBO) an den verschiedenen vereinseigenen Fahrzeugen zu finanzieren. Es sei allerdings an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß die Unterhaltung der vorhandenen Fahrzeuge erhebliche Mittel bindet. Auch für unsere Fahrzeuge gelten die entsprechenden Fristen der ESBO, die erneute Untersuchungen nach spätestens acht Jahren notwendig machen.

 

Unser Verein ist Mitglied im Harzer Tourismusverband e.V. (HTV). Die Bedeutung der HSB ist für den HTV auch im vergangenen Jahr deutlich gewesen.

 

  

Die HSB gehört unverändert und nunmehr schon seit vielen Jahren zu den touristisch profiliertesten Unternehmen im Harz und ist zu einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigsten touristischen Attraktion des Mittelgebirges überhaupt geworden.

 

Ebenfalls gab es im Berichtszeitraum wieder zahlreiche Gespräche mit der HSB auf allen Ebenen von der Geschäftsleitung bis zum Sachbearbeiter. Diese Gespräche verliefen wiederum in einer durchweg konstruktiven und angenehmen Atmosphäre. So konnte die erfolgsorientierte Zusammenarbeit der vergangenen Jahre erneut fortgesetzt und intensiviert werden.

 

Fortgesetzt haben wir auch die positive Zusammenarbeit mit anderen Eisenbahnen und Vereinen im Harz. Wiederum gab es im Berichtszeitraum zahlreiche Kontakte zu anderen Eisenbahnvereinen, vor allem Museumsbahnen in Meterspur, insoweit vor allem in den alten Bundesländern, aber auch darüber hinaus deutschland- und europaweit.

 

In Beratungen zwischen den Vorstandsmitgliedern wurden im Berichtszeitraum im Wesentlichen die in diesem Bericht dargestellten Aspekte diskutiert. Der Vorstand bzw. einzelne seiner Mitglieder haben einen regen Kontakt mit zahlreichen Vereinsmitgliedern, anderen Eisenbahnfreunden und an den Schmalspurbahnen im Harz Interessierten sowohl in schriftlicher, als auch in persönlicher Form gehalten. Es erreichten uns zahlreiche Anfragen aus aller Welt zum Verein und zu den Schmal-spurbahnen im Harz und der HSB, die wir entsprechend unserer Möglichkeiten beantwortet bzw. auch an die HSB weitergeleitet haben.

 

Wie in den vergangenen Jahren verzichten wir am Schluß unseres Tätigkeitsberichtes auf die namentliche Nennung besonders aktiver Mitglieder. Stattdessen soll an dieser Stelle nochmals allen Mitgliedern für ihre Tätigkeit und ihr Engagement für die Schmalspurbahnen im Harz gedankt werden. Dies betrifft im Übrigen auch die Mitglieder, die nicht persönlich im Harz präsent sein können, auch ihre Beitragszahlungen sind für uns wichtig. Unabhängig davon freuen wir uns natürlich besonders über die Mitglieder, die sich in ihrer Freizeit zeitlich stark engagieren, z.B. für die Aufarbeitung der historischen Fahrzeuge oder bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen bzw. Sonderfahrten. An dieser Stelle sei nochmals der Appell an alle Mitglieder gerichtet, sich hier zukünftig stärker zu beteiligen.

 

Außerdem danken wollen wir den regionalen Medien, insbesondere der „Harzer Volksstimme“, der „Thüringer Allgemeine“, der „NNZ“, der „Stadtansichten-Nordhausen.de“ sowie der „Neuen Wernige-röder Zeitung“, dem Tourismusverband Südharz Kyffhäuser e.V. und der Vestio´s Mode, Geschenke, Souvenirs in Wernigerode für ihre Unterstützung bei der Werbung zu Sonderfahrten und Veranstaltungen bzw. im Fahrkartenverkauf.

Wir danken auch dem Hotel „Alt Wernigeröder Kartoffelhaus“ für die preiswerte Vermietung des Saales für unsere heutige Jahreshauptversammlung.

 

zurück zur Übersicht